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Deutschkurs

Deutschkurs für fremdsprachige Ausländerinnen als erster Schritt zur Integration

(17.11.2010) Fünfzehn fremdsprachige Ausländerinnen aus Portugal, Mazedonien, Thailand, dem Kosovo und aus der Dominikanischen Republik bilden zwei Anfängerklassen, die es sich zum Ziel gesetzt haben die deutsche Sprache zu erlernen. Dabei handelt es sich vornehmlich um junge Mütter, deren Kinder neu im Kindergarten oder in der Schule sind und die nun mit Alltagsrealitäten konfrontiert sind, die das Erlernen der deutschen Sprache unumgänglich machen.

 

Kursleiterin Doris Scherrer inmitten einer Gruppe Sprachschülerinnen.

Schriftdeutsch statt „Schwiizerdüütsch"
Nachdem sich der Verein für Integration und Gewaltprävention (VINGEP) aufgelöst hat, ist die Integrationsaufgabe an die Stadtgemeinde zurückgefallen, die angesichts des grossen Bevölkerungsanteils fremdsprachiger Ausländer den Integrationswilligen Hilfe anbietet. Obschon es zumindest einer der Frauen bereits am ersten Kursabend ein Anliegen war „Schwiizerdüütsch" zu lernen, ist die Kurssprache hochdeutsch. Dies begrüsst auch die Kursleiterin Doris Scherrer, die bereits unter der Federführung der VINGEP Deutschunterricht erteilte. Nebst den beiden Anfängerklassen betreut Doris Scherrer zusätzlich einen Kurs für Fortgeschrittene, die bei ihr bereits einen Basiskurs besucht hatten, oder ohnehin die Voraussetzungen mitbringen, den höheren Anforderungen zu folgen. Die Sprachkurse stützen nicht nur auf mündliche Konversation ab sondern beinhalten neben dem schriftlichen Ausdruck auch eine einfache Grammatik. Entsprechend wird von der Kursleiterin das Lehrmittel „Leben und arbeiten in der Schweiz" eingesetzt.

Aufwand in finanziell marginalem Rahmen

Zum Nulltarif kann allerdings die deutsche Sprache nicht erlernt werden. Inklusive eines Anteils an die Lehrmittel bezahlen die Kursteilnehmerinnen einen Beitrag von 150 Franken für dreissig Lektionen. So beschränkt sich der finanzielle Aufwand der öffentlichen Hand auf einen minimalen Betrag, zumal die Volksschulgemeinde die Unterrichtsräumlichkeiten zur Verfügung stellt.  Der Unterricht findet als Doppellektion jeweils am Montagabend im Schulhaus Zentrum statt.

Integration als Aufgabe des Bundes

Der Sprachkurs soll jedoch nicht nur die Sprachfertigkeit vermitteln sondern auch ein Anstoss zur Integration der fremdsprachigen Bevölkerung sein. Die Integration ist eine Aufgabe, die durch das Bundesgesetz geregelt und an Kanton und Gemeinden delegiert wird. Wichtiges Ziel ist dabei das Schaffen von günstigen Rahmenbedingungen für die Chancengleichheit und die Teilhabe der ausländischen Bevölkerung am öffentlichen Leben. Die Integrationsaufgabe ist auf die Kooperation der betreffenden Zielgruppen angewiesen. Diese zeigt sich in der Respektierung der rechtsstaatlichen Ordnung sowie im Erlernen der am Wohnort gesprochenen Landessprache.

Der Stadtrat wird die Entwicklung dieser Sprachkurse aber auch die sich daraus allenfalls ergebenden weiteren Integrationsmassnahmen mit Interesse verfolgen und hofft mit der Eigeninitiative von Ausländerinnen und Ausländern sowie der Offenheit der Bevölkerung ein bereits bestehendes gutes Miteinander mit der Migrationsbevölkerung weiter fördern zu können.