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Am Einbürgerungspodium wurde auch gelacht

(16.04.2010) (von Guido Elser) Das öffentliche Interesse am Podium mit den Gesuchstellern für das Schweizer Bürgerrecht am Montagabend im Rathaus hielt sich in Grenzen. Es hatte etwa gleich viele Leute im Publikum wie Gesuchsteller.

Es bewarben sich drei Familien und  drei Einzelpersonen um das Schweizer Bürgerrecht; total 13 Personen. Und so gross war auch in etwa das Publikum. In Schweizerdeutsch begrüsste Stadtammann Walter Sommer die angespannt wartende Runde: auf den vordersten Stühlen sitzend die Gesuchsteller und dahinter ebenfalls auf Stühlen das Publikum.



Diese drei ausländische Familien und drei Einzelpersonen bewerben sich am nächsten Freitag um das Schweizer Bürgerrecht.


Vorne waren vier Stehtisch aufgestellt für die Präsentation der Ausländer und Ausländerinnen, die Schweizer/Schweizerinnen werden möchten.
Alle Gesuchsteller erfüllten die Grundanforderungen: 12 Jahre Wohnsitz in der Schweiz, 6 Jahre Wohnsitz im Kanton  und 3 Jahre Wohnsitz in der Gemeinde. Und mit einer Folie wies Sommer auf weitere wichtige Kriterien hin, wie Eingliederung in die schweizerische Verhaltensweise, Vertrautheit mit den hiesigen Lebensgewohnheiten, Bereitschaft sich in die Schweizer Rechtsordnung zu fügen und eine ausreichende Existenzgrundlage. Auf einer weiteren Folie zeigte er, dass in den letzten 9 Jahren von 79 massgebenden Einbürgerungsgesuchen 21 bereits vom Stadtrat und 12 von der Gemeindeversammlung abgelehnt wurden. 46 Personen oder 58 Prozent der massgebenden Gesuchsteller wurden damit eingebürgert.

Drei Familien

Nun stellte der Stadtammann alle Einbürgerungswilligen 2010 vor. So die Familie Grajcevci: Ehemann Ehefrau, Tochter (Jahrgang 1993) und der bereits erwachsene Sohn (Jahrgang 1989). Alle sind sind kosovarische Staatsbürger.
Die Jungen sind in der Schweiz aufgewachsen und sprechen Schweizerdeutsch, die Eltern gepflegtes Schriftdeutsch. Die Tochter besucht eine Handelsschule. Der Sohn lernte im Unterhof den Beruf als Koch und arbeitet heute in Stein am Rhein. Er ist bereit, in der Schweiz Miltärdienst zu leisten, und er hat die Absicht, in der Schweiz in die Polizeischule einzutreten.

Die Familie Muharemi besteht aus Ehemann und Ehefrau und den Kindern Andi (Jahrgang 1994) und Edona ( Jahrgang 2000).Die Eltern sind berufstätig Sie haben in ihrem Eigenheim eine Werkstatt eingerichtet, wo auch gearbeitet wird. Alle drei sprechen Schweizerdeutsch. Der Sohn besucht die Kantonsschule Schaffhausen. Sie sind kosovarische Staatsbürger.

Die Familie Miljic schliesslich sind bosnische und slowakische Staatsangehörige, mit dem Sohn Leonard (Jahrgang 2005). Die Eltern sind berufstätig. Nach der Gründung einer eigenen Firma im metall-technischen Bereich sieht die Familie ihre Zukunft in der Schweiz. Alle drei sprechen Schweizerdeutsch.

Zwei Einzelpersonen

Und dazu bewerben sich noch zwei weitere Einzelpersonen um das Schweizer Bürgerrecht, so die kroatische Staatsangehörige Jovana Strbac, Jahrgang 1991. Sie verlor mit 12 Jahren in Serbien ihre Mutter, die an Krebs starb. Sie wuchs dann bei Verwandten in Diessenhofen auf und besuchte hier die Schulen. Sie ist gelernte Pflegeassistentin und absolviert zur Zeit die Ausbildung zur Fachrau für Gesundheit. Gerne möchte sie als Frau Militärdienst leisten und später die Polizeischule besuchen

Last but not least bewirbt sich der serbisch-montenegrinische Staatsangehörige Nenad Jurosevic (Jahrgang 1989) erneut um das Schweizer Bürgerrecht. Sein erstes Gesuch war 2008 ohne Begründung knapp abgelehnt und sein Rekurs geschützt worden. Entgegen den Angaben in der schriftlichen Gemeinde- Botschaft verzichtet er, wie er Montag erklärte, bei einer Aufnahme ins Schweizer Bürgerrecht auf sein bisheriges ausländisches Bürgerrecht, wie das auch alle andern Gesuchsteller tun.

Es wurde auch gelacht

Laut gelacht wurde als der Stadtammann einen jungen Gesuchsteller fragte,  was sich für ihn ändern würde, wenn er Schweizer sei. Dieser erklärte, dann könne er an der Fussball-WM mit Stolz das weiss-rote Schweizer T-Shirt tragen.

Zwei Schweizer Familien möchten Diessenhofer Bürgerrecht

Neben den Ausländern bewerben sich noch zwei Schweizer Familien um das Diessenhofer Bürgerrecht so Renzo Mascherin mit Ehefrau Jael und ihren zwei noch kleinen Kindern. Sie behalten das Bürgerrecht in Küssnacht am Rigi und Dällikon und die Familie Andreas und Irina Sutter mit ihren Kindern Jan (Jahrgang 2000) und Lenya (Jahrgang 2006). Auch sie werden das bisherige Bürgerrecht von Ebnat Kappel (SG) behalten.
Wie man weiss ist Bürgerpäsident Bruno Giuliani glücklich darüber, wenn sich junge Schweizerfamilien in Diessenhofen einbürgern. Diese Schweizer Familien mussten sich am Montag nicht präsentieren, weilten aber mindestens zum Teil unter dem Publikum.