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Kundelfingerhof soll als Erhaltungszone in den Zonenplan aufgenommen werden

Am 17.05.2011 beschloss der Stadtrat Diessenhofen, den engeren Bereich der Gebäudegruppe des Kundelfingerhofs in eine Erhaltungszone umzuzonen. Bis anhin befindet sich der Hof in der Landwirtschaftszone. Während der öffentlichen Auflage vom 27.05. bis 16.06.2011 erhoben der WWF Schweiz und der WWF Bodensee/Thurgau gemeinsam Einsprache. Sie rügen, der Kundelfingerhof sei früher landwirtschaftlich bewirtschaftet worden und es dürfe nicht Sinn der Erhaltungszone sein, dass nebst den geschützten Bauten bezweckt werde, für die restlichen Gebäude Neu- oder Ersatzbauten zu erstellen.

Der Stadtrat wies am 15.11.2011 die Einsprache ab und unterbreitet nun die Umzonung des Kundelfingerhofs samt erforderlicher Änderung des Baureglements dem Departement für Bau und Umwelt zur Genehmigung.

Aus Sicht des Stadtrates entbehren die Rügen der Einsprecher jeglicher sachlichen und rechtlichen Grundlage. Der Kundelfingerhof, so stellt die Behörde fest, ist kein landwirtschaftliches Gewerbe, sondern vielmehr ein spezialisierter Fischzucht- und Gastronomiebetrieb. Wesentliche Teile des Kundelfingerhofs (12 ha Weiherzone) sind bereits dem Baugebiet zugewiesen

Der jetzige und der Eigentümer in spe wollen die Fischzucht weiterführen und die Hofwirtschaft auch künftig betreiben, dies unter Erhaltung der Weiherlandschaft. Bei einem Obsiegen der Einsprecher müssten die Weiher folgerichtig wieder in eine landwirtschaftlich nutzbare Fläche rücküberführt werden. Der heute ökologisch wertvolle Zustand würde damit entgegen den bekannten WWF-Zielsetzungen zerstört. Es müsse, so der Stadtrat, auch im Interesse der Einsprecher liegen, dass die Weiher erhalten bleiben.

Die heutige Zonierung des Kundelfingerhofs entspreche zudem den tatsächlichen Begebenheiten in keiner Weise und werde zu Recht angepasst. Laut dem Stadtratsentscheid geht es bei allfälligen Ersatz- oder Neubauten absolut um keine schleichende Veränderung oder gar Vergrösserung des Hofs, vielmehr steht der optimale Schutz des Ensembles im Vordergrund. In den Bestimmungen zur Erhaltungszone wird denn auch entsprechend vorgeschrieben, das Bauvolumen dürfe insgesamt nicht vergrössert werden.