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Energie-Effizienz und Sparpotential

Die Referenten von Nova Energie zeigten in einem Querschnitt aktuelle energetische Trends und Energiesparmassnahmen in verschiedenen Bereichen auf.

 

(von Bettina Wulf) Wie wird mit mechanischer Fensterlüftung ein optimaler Luftaustausch gewährleistet? Was ist die Ursache für gurgelnde Heizkörper? Warum sind gebräuchliche Sparleuchten heute bereits wieder überholt? Mit solchen und anderen Fragen sehen sich Mitarbeitende des Hausdienstes der VSGDH und der Stadt Diessenhofen täglich konfrontiert. Und genau diese wurden an einer gemeinsamen Weiterbildung zu Energie-Effizienz und Sparpotential aufgenommen. Reto Frei und Irene Fässler von der Energieberatungsfirma Nova Energie führten durch den spannenden Nachmittag.

Energiebuchhaltung bereits etabliert
Gleich zu Beginn des Nachmittags stellte sich erfreulicherweise heraus, dass in allen betroffenen Liegenschaften bereits Energiebuchhaltungen geführt werden. Die zuständigen Personen erfassen in regelmässigen Intervallen die aktuellen Zählerstände von Wasser, Strom und den Verbrauch der Heizmittel. Der dadurch mögliche Jahresvergleich bringt Abweichungen zu Tage und ermöglicht eine rasche Reaktion bei Unregelmässigkeiten. Auf diese Weise kann Energie sehr effizient genutzt werden. Entsprechende Software erleichtert die Erfassung und Übersicht zusätzlich. Diese wird Städten wie Diessenhofen, die mit dem Label „Energiestadt“ ausgezeichnet sind, von Nova Energie kostenlos zur Verfügung gestellt.

Möglichkeiten und Grenzen beim Energiesparen
Im Rahmen der Weiterbildung wurden neben Energiebuchhaltung und -kennzahlen auch die Themen Lüftung, Heizung und Warmwasser sowie Geräte und Beleuchtung angesprochen. Die Referenten erklärten anschaulich, wo sich Möglichkeiten zur Energiereduktion ergeben und wo diese eher schwierig umsetzbar oder aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll sind. Ein Durchflussbegrenzer am Wasserhahn beispielsweise ist ein sehr effektives Mittel, um den Wasserverbrauch zu reduzieren. Will man jedoch damit eine Pfanne mit Wasser füllen, um Spaghetti zu kochen, wird die Geduld strapaziert. Es empfehlen sich darum moderne Geräte, die zwischen einem Spar- und einem normalen Modus umschalten können.

 

Auch Anschauungsmaterial war vorhanden; hier ein Bauteil eines Heizkörper-Reglers.

 

Benutzerverhalten entscheidend
Wiederholt wurde aufgezeigt, dass nicht nur moderne Geräte, sondern besonders auch das Benutzerverhalten einen massgeblichen Einfluss auf den Energieverbrauch haben. Den Mitarbeitenden des Hausdienstes kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Einerseits sind sie verantwortlich für eine effizient genutzte Infrastruktur. Andererseits aber haben sie die wichtige Aufgabe, Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler dafür zu sensibilisieren und nehmen neben den Lehrpersonen eine Vorbildfunktion ein. Mit Hilfe eines CO2-Messgeräts illustrierte Irene Fässler, dass während der Heizperiode 5 Minuten Durchlüften den idealen Luftaustausch im Raum gewährleistet: Leuchtete das Gerät bereits nach einer Stunde bei geschlossenen Fenstern rot und mass einen zu hohen CO2-Gehalt, so wurde dies durch fachgerechtes Lüften wieder auf die grüne Stufe gebracht. Nicht annähernd den gleichen Effekt hätte ein während Stunden gekipptes Fenster mit der Folge eines massiv höheren Energiebedarfs der Heizung.

Engagierte Teilnehmende und spannende Diskussionen
Bereits während der Fachreferate nahmen die Anwesenden wiederholt die Gelegenheit wahr, Fragen zu aktuellen Problemstellungen ihres Alltags im Energiebereich zu stellen. So entstanden rege Diskussionen und Meinungen konnten ausgetauscht werden, wovon alle Beteiligten profitierten. Die Begehung der Rhyhalle gegen Ende des Kurses ermöglichte, die theoretischen Kenntnisse mit Hilfe von Praxisbeispielen zu veranschaulichen. Beim anschliessenden Meinungsaustausch zum Benutzerverhalten konnten letzte Fragen gestellt und diskutiert werden.

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