Am Rhy dihei - im Städtli willkomme

Beginn eines Zeitraums des Sparens

 

Gedanken von Stadtammann Walter Sommer zum Jahresende

 

Politisches Umfeld und gesellschaftliche Entwicklung

Das Volk und die politischen Parteien überlassen das Feld vermehrt sporadischen, heterogenen, oft nur kurzlebigen Einthemen-Gruppierungen. Deren Protest ist normal geworden. Bevölkerungsdichte und damit verbundene Interessenkonflikte begründen für die Behörde die zunehmende Notwendigkeit frühzeitiger Beteiligung. Diese bedingt den Dialog mit der betroffenen Bevölkerung, der sich über Jahre erstrecken kann. Frühzeitige Information und Transparenz sind das „A“ und „O“ des Vertrauens.

Der Einbezug hat bereits in der Phase der Projektdefinition zu erfolgen, wo es noch Alternativen gibt – und nicht erst im laufenden Projekt, wenn nur noch zwei/drei Varianten vorgestellt werden. Ein Projekt in einem späten Zeitpunkt zu ändern ist schwer und der Konflikt vorprogrammiert. Die Art der Mitwirkung muss wie die Informationsführung geschickt gewählt sein.

Das Prinzip „Ich“ hat das „Wir verdrängt – und das Prinzip „Staat“ jenes der „Familie“. Man kann dies auch einfacher ausdrücken: Die Hemmschwelle, freiwillig etwa vormundschaftlichen Massnahmen zu beantragen oder Sozialhilfe zu beziehen, nimmt deutlich ab. Allerdings sind, wenn auch erst einzelne, so doch Zeichen erkennbar, dass die Familien- oder auch die Nachbarschaftshilfe wieder mehr am Greifen sind.

Kommunikation, Wirkung nach aussen und innen

Der Stadtrat veröffentlicht regelmässig Beiträge in den Medien zu Projekten und politischen Fragen. Die Zusammenarbeit mit den Redaktionen ist konstant gut. Das Facebook der Stadtgemeinde ist etabliert und erreicht wöchentlich gegen 350 Besucher.

Mittels Inseraten erfolgte die Fortsetzung eines gezielten Standortmarketings, wobei auf eine stärkere externe Positionierung der Stadtgemeinde als Ort mit hoher Lebensqualität geachtet wurde. Die Website wurde 2012 gezielt weiter ausgebaut.

Die politische Atmosphäre in Diessenhofen ist generell geprägt von Optimismus und Übereinstimmung. Eine zunehmende Intoleranz ist zwar spürbar und führt zu einer Mehrarbeit von Behörde und Verwaltung, die diesbezügliche Quote liegt aber sehr tief.

Zielerreichung

Das Bevölkerungswachstum hält sich mit zwei Prozent pro Jahr auf dem Niveau der Vorjahre. Dies dürfte in nächster Zeit gleich bleiben, weil die Bautätigkeit rege, aber nicht überhitzt ist. Wirtschaftlich können davon viele Gewerbebetriebe profitieren, insbesondere die Baubranche als wichtiger Wirtschaftspfeiler. Die Vorgaben für die Erschliessung von Bauparzellen auf dem Schlattingerbuck sind geschaffen und grössere Projekte mit Eigentumswohnungen und MFH sind aufgegleist.

Vielfältige, abgeschlossene Projekte charakterisieren das Jahr 2012:

-         Ausbau Rheinbad Rodenbrunnen mit grösserem Schwimmbecken und Planschbecken, Bau zusätzlicher Treppen und Sitzstufen sowie Renaturierung eines Uferabschnitts folgen

-         Renaturierung Rheinufer Badi St. Katharinental und Bunkerabbruch

-         Sanierung des Oberen Amtshauses und Neuausrichtung des Museums

-         Bau eines Trottoirs entlang der Grossholzstrasse mit neuer LED-Strassenbeleuchtung

-         Ausbau erneuerbarer Energie: Vorzeigeprojekt Verein Rhy Solar mit Beteiligung Stadt, installierte Photovoltaik-Anlagen mit einem aktuellen Energieertrag von 285 MWh

-         Energierichtplan mit dem Ziel ökologisch sinnvoller Energienutzungen zur Prüfung eingereicht

-         Erschliessung für das SWIFT-Datencenter abgeschlossen

-         Ortsplanung: Gestaltungsplan Rodenbergstrasse erlassen

-         Nach Strompreissenkung 2011 praktisch gleichbleibende Preise 2012 und 2013

-         Beitritt zu Spitex Thurgau Nordwest

 

 

Wertung und Dank

Aus behördlicher Sicht ist das Jahr 2012 als erfolgreich zu beurteilen. Die Aufgaben werden speditiv mit hoher Qualität erfüllt. Die Finanzen sind im Lot. Der Stadtrat pflegt sein Netzwerk mittels verschiedener Anlässe und hält einen regelmässigen Kontakt zu den Behörden der umliegenden Gemeinden.

Der grosse und herzliche Dank geht an die Stadtratsmitglieder sowie an die Stadtverwaltung für die verlässliche, engagierte und faire Gemeinschaftsarbeit. Ich freue mich auf eine weiterhin unsere Werte hochhaltende Kooperation in guter Stimmung für ein erfolgreiches 2013. Allen Einwohner/-innen wünsche ich frohe, erholsame Festtage und ein gesundes, glückliches neues Jahr.