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Projekt 2000-Watt-Gemeinden Thurgau

Die Stadtgemeinde Diessenhofen auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft.

 

 

Die Stadtgemeinde Diessenhofen wird sich an der zweiten Staffel der 2‘000-Watt-Gemeinden Thurgau beteiligen. Dies beschloss der Stadtrat anlässlich seiner letzten Sitzung. Er sieht dies als kommunalen Beitrag zur Energiewende. Das lokale Engagement hat nationale Ausstrahlung. In einer ersten Staffel beteiligten sich die Gemeinden Amriswil, Tobel-Tägerschen und Hohentannen. Für die zweite Staffel liegen nun die Beteiligungen von Gachnang und Diessenhofen sowie die mündliche Zusage von Wuppenau vor.

 

Umsetzung mit Hilfe von Energiefachkräften

Die Projektarbeit wird in Diessenhofen seitens der Energiekommission geleistet. Der Umsetzung geht eine zweijährige Vorbereitungsphase voraus. Die Gemeinden analysieren ihren Energieverbrauch in den Bereichen Wärme, Strom, Mobilität und Konsum und berechnen die Watt-Leistung beziehungsweise den CO2-Ausstoss pro Kopf der Bevölkerung. Auf dieser Basis schätzen sie Einspar- und Substitutionspotenziale für die fossilen Energieträger ab und erarbeiteten Massnahmen für die prozentuale Absenkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen. Die Einwohner werden informiert und zur Kooperation im Hinblick auf die Zwischenziele der einzelnen Etappen motiviert.

Der Verein EFT (Energie Fachleute Thurgau) unterstützt zusammen mit dem Kanton Thurgau Gemeinden, die sich auf den Pfad der 2‘000-Watt-Gesellschaft begeben. Ein erfahrener Energieberater begleitet die Gemeinde als Coach bei der Weiterentwicklung und Konkretisierung der Vision der 2‘000-Watt-Gesellschaft.

Die Kosten für den EFT-Coach von CHF 30‘000.00 werden durch den Kanton getragen. Der Restbetrag von CHF 15‘000.00 finanziert sich aus den Eigenleistungen (Arbeitsleistungen, Infrastruktur und Geldleistung) der Gemeinde, welche zudem an den Verein EFT bis zu CHF 5‘000.00 zu leisten hat.

 

Der Thurgau in der Vorreiterrolle

Der Kanton Thurgau beweist sich als fortschrittlicher Kanton und nimmt hinsichtlich Energiepolitik eine Vorreiterrolle ein. Autonomie und lokale Wertschöpfung sind dabei wichtige Faktoren und tragen zur Wohlfahrt der Gesellschaft sowie einem nachhaltigen Wirtschaftsstandort bei. Diessenhofen wird dabei seine eigene Energiepolitik formulieren, die zur spezifischen Ausgangslage passt und die eigenen Bedürfnisse berücksichtigt. Der Stadtrat erwartet so griffige wie konkrete und tragbare Massnahmen. Bereits getroffene Massnahmen wie der Erwerb des Energiestadtlabels, unterstützen den Einstieg in das Projekt.

Das Ziel der 2‘000-Watt-Gemeinde-Thurgau geht Hand in Hand mit dem verbreiteten Label Energiestadt. Wenn eine Gemeinde bereits Energiestadt ist, bietet dies beste Voraussetzungen um den Weg zur 2‘000-Watt-Gemeinde zu beschreiten. Konkret soll der Energieverbrauch um mehr als den Faktor 3 und die CO2-Reduktion um den Faktor 9 reduziert werden. Dies soll mit Effizienzsteigerung und starkem Zuwachs an erneuerbaren Energien in mehreren Teilschritten erreicht werden.

17‘500 Kilowattstunden pro Jahr braucht der Mensch im globalen Mittel. Dies entspricht einer kontinuierlichen Leistung von 2‘000 Watt. In der Schweiz sind es heute dreimal mehr, also 6‘000 Watt pro Person. Nur Bruchteile davon brauchen die Menschen im Durchschnitt in einigen asiatischen und afrikanischen Ländern. Der westeuropäische Schnitt liegt etwas höher als derjenige der Schweiz. Spitzenreiter sind die USA mit über 12‘000 Watt. Die Vision der 2‘000-Watt-Gesellschaft ermöglicht einen Ausgleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern und ermöglicht damit allen Menschen einen guten Lebensstandard.

 

Wie viel sind 6000 Watt?

Was bedeutet ein Energiebedarf von 6000 Watt pro Kopf? Das kann man sich konkret so vorstellen: Pro Person brennen rund um die Uhr 60 Glühlampen mit einer Leistung von je 100 Watt. Über ein ganzes Jahr gesehen, ergibt das einen Energieverbrauch von 52'560 Kilowattstunden. In einer Effizienzstrategie werden die 100-Watt-Glühlampen durch 20-Watt-Energiesparlampen ersetzt. Sie geben genau gleich hell. Mit einem «Energiekonto» von bloss 2000 Watt können jedoch 100 Sparlampen mit einer Leistung von je 20-Watt betrieben werden. Der Energieverbrauch pro Jahr beträgt dann nur noch einen Drittel, nämlich 17'520 Kilowattstunden. Mit dieser Energiemenge lässt es sich sehr komfortabel und nachhaltig leben. Der Level von 2‘000 Watt lässt sich erreichen, indem auf der einen Seite der Bedarf und somit auch die Abhängigkeit von Energie reduziert wird und sich auf der anderen Seite der Energiemix hin zu erneuerbaren Energien entwickelt und lokal vorhandene Energien genutzt werden.