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Die Tage der „Bauvisiere“ auf der Raiffeisenbank sind gezählt

Der Diessenhofer Stadtrat verweigert eine Bewilligung für das umstrittene Kunstobjekt.

 

 

 

Der Stadtrat Diessenhofen hat nach rechtlicher Prüfung und im Rahmen des ihm zustehenden Ermessens entschieden, dass die als künstlerische Installation erstellten sieben Visierstangen auf dem Hauptbau und dem Gelände der Raiffeisenbank Untersee-Rhein an der Bahnhofstrasse zufolge der heiklen Wirkung der dauernden „Anlage“ auf das historische Bauwerk einer Baubewilligung bedürfen - und dass eine solche nicht erteilt werden kann.

Im Sinne einer temporären und reversiblen Installation wird das Stehenlassen der Kunst am Bau als Provisorium bis zum 30. September dieses Jahres gestattet. Hernach ist sie zu demontieren. Die Raiffeisenbank darf die Anlage indes in Zukunft bei besonderen Anlässen sporadisch und jeweils nur kurzfristig auf Anzeige hin wieder montieren.

Die Raiffeisenbank informierte den Stadtrat erstmals im September 2013 über das Vorhaben. Nach dem Vorliegen einer Stellungnahme seitens des kantonalen Amts für Denkmalpflege verlangte die Behörde die Eingabe eines Baugesuchs. Dieses wurde dann aber erst anfangs Dezember eingereicht, nachdem die künstlerische Einrichtung mit den Visieren schon einige Tage zuvor aufgebaut wurde.

Bei der Villa Rosenheim handelt es sich um ein Schutzobjekt der Gemeinde. Mit seinem Entscheid schliesst sich der Stadtrat Diessenhofen dem kantonalen Amt für Denkmalpflege als Fachstelle an, das die Kunst über und nahe am Bau der geschützten Villa Rosenheim nicht als angemessen bezeichnet.

Die Kunstinstallation weist das Mass der doppelten maximalen Gebäudehöhe auf, die in der entsprechenden Zone zulässig ist. Der Stadtrat kommt zum Schluss, dass das Bauvorhaben grundsätzlich der Anforderung einer guten Eingliederung einer Kunst am Bau zum Gebäude nicht entspricht und die hohen Visierstangen in ihrer überragenden Dominanz die Villa Rosenheim unmittelbar beeinträchtigen. Die Visierkunst mindert Erscheinung und Wert des Denkmals eindeutig.