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Danach ist Diessenhofen „fast gebaut“

Über hundert Bauvisierstangen im Osten Diessenhofens zeigen eine wohl letzte grosse, bauliche Expansion des Rheinstädtchens an.

 

In den nächsten Jahren werden in Diessenhofen 168 Wohnungen gebaut. Dies kann ein Bevölkerungswachstum von rund 350 Personen bedeuten. Danach wird mit dem Bauboom wohl für längere Zeit Schluss sein, denn das neue Raumplanungsgesetz erfordert in Diessenhofen eine Rückzonung von 2.5 ha Richtplangebiet. Dies hat aber auf den aktuell gültigen Zonenplan keinen Einfluss.

Einzonung in der Schupfenzelg kurz vor dem Beginn des „Moratoriums“

Die 2.5 ha neues Bauland in der Schupfenzelg konnten kurz vor Inkrafttreten des neuen Raumplanungsgesetzes eingezont werden. Aktuell steht auf diesem Land ein Wald von wohl über hundert Visierstangen, der die geplante Überbauung anzeigt. Die Baugesuche wurden öffentlich aufgelegt; die Einsprachefristen sind am 29. Oktober und 5.November abgelaufen. Zu behandelnde Einsprachen gingen keine ein.

Am Siedlungsrand werden nun nördlich und südlich der Schützenstrasse 13 Mehrfamilienhäuser mit Miet- und Eigentumswohnungen entstehen. Zählt man die sich im Bau befindlichen oder bewilligten Mehrfamlienhäuser innerhalb des bestehenden Sidelungsgebiets dazu, so ergibt dies für die kommenden Jahre 21 neue MFH-Bauten mit total 168 Wohnungen. Die Bautätigkeit bildet so Grundlage für einen Bevölkerungszuwachs von knapp 10 %. Diese Zahl mag fürs erste erschrecken. Betrachtet man jedoch das Wachstum der letzte sieben Jahre und zieht eine mitunter etappierte Bauzeit von fünf Jahren mit ein, so entspricht die Zunahme von jährlich durchschnittlich 2 % genau dem Wachstum dieser vergangenen Jahre.

Frage nach der Attraktivität Diessenhofens  als Wohnort

Natürlich gibt es in der Bevölkerung Stimmen, die Diessenhofen bereits mit Beringen vergleichen oder sich fragen, wo all die Leue herkommen sollen, um diese neuen Wohnbauten zu beleben und sich fragen: „Wie attraktiv ist Diessenhofen als neuer Wohnort?“ Hier spielt nun Diessenhofens Anbindung an den öffentlichen Verkehr und die Zugehörigkeit zur Agglomeration Schaffhausen und damit zum Wirtschaftsraum Zürich eine wesentliche Rolle. Ab Fahrplanwechsle 2018 wird Diessenhofen durch die Bahn noch besser angebunden und erreichbar sein. Zudem gilt Diessenhofen steuerlich als günstige Gemeinde.

Innere Verdichtung als bauliches Gebot der Zukunft

Das Raumplanungsgesetz wird künftig derart umfangreiche Einzonungen nicht mehr zulassen. Diessenhofen wird gefordert sein, im nächsten Jahr Baureglement, Zonenplan und Richtplan zu überarbeiten. Grosse Änderungen sind bezüglich der Zonenplanung nicht zu erwarten, da diese innerhalb der kantonalen Berechnung liegt. Der Fokus eines neuen Baureglements wird auf die innere Verdichtung gerichtet sein. So wird der  Ausbau von Dachgeschossen vermehrt zum Thema werden.

Der Bau der neuen Wohnung wird die bestehende verkehrsmässige Infrastruktur nicht sprengen. Neue Strassen müssen nicht geplant werden. Diessenhofen wird mittelfristig Wohnpotenzial für rund 4000 Einwohner aufweisen und so eine laut Stadtpräsident Walter Sommer optimale Grösse erreichen.