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Die Klosterlinde fiel dem Sturm zum Opfer

Ein Bild, das viele bedauern: Die alte Klosterlinde liegt am Boden.

 

Der wohl bekannteste und älteste Baum in Diessenhofen fiel den stürmischen Winden des letzten Wochenendes zum Opfer. Die Klosterlinde war bereits seit Jahren ein eigentlicher „Patient“ und musste durch Hilfsmittel gesichert werden, damit nicht etwelche Äste durch ihr Gewicht den Bau zum Fallen bringen würden. Ein Blitzeinschlag vor einigen Jahren sorgte für weitere Destabilität. Vermutlich am letzten Samstagmorgen nützen jedoch alle Hilfsmittel nichts. Den starken Südwestwinden bot der Baum eine zu grosse Angriffsfläche und das Gewicht der weit ausladenden Äste liessen den Baum buchstäblich zerbrechen. Da die Gefahr eines solchen Ereignisses schon seit längerer Zeit drohte wurde der den Baumstamm umgebende Ruhebank bereits demontiert und eine mögliche Fallfläche zum Schutz der Menschen und Tiere weiträumig eingezäunt.

Der Legende zufolge soll der Baum zu Ehren von Niklaus von der Flüe 1460 gepflanzt worden sein, da der Unterwaldner damals das Kloster St. Katharinental vor den Absichten der Eidgenossen, die im Zuge der Eroberung Diessenhofens das Kloster abzubrennen drohten, rettete. Gemäss Experten kann das so errechnete Alter des Baumes unmöglich stimmen. Sicher ist jedoch, dass die Klosterlinde weit über 100 Jahre alt ist. Bereits bei der Einweihung der Umfahrungsstrasse wurde 1983 auf der anderen Seite der Bahnlinie eine „Ersatzlinde“ gepflanzt, da der Zahn der Zeit schon damals am alten Baum nagte. Da die Klosterlinde sich auf freiem Feld entwickeln konnte, wuchs sie schnell und entsprechend auch in die Breite. Sie war schon seit jeher ungeschützt den westlichen Winden ausgesetzt, konnte diesen aber jahrzehntelang trotzen, bis das stürmische Wetter am letzten Samstag für den alten Baum das Ende bedeutete. Gemäss Auskunft des Landwirtschaftsamt des Kantons Thurgau müssen Möglichkeiten einer Ersatzpflanzung erst abgesprochen werden.