Am Rhy dihei - im Städtli willkomme

„Am Rhy dihei – im Städtli willkomme“

Gedanken von Stadtpräsident Walter Sommer zum Jahresende

Diessenhofen hat sich neu positioniert. Dies in einem neunmonatigen Prozess unter Miteinbezug der Bevölkerung und Aussenstehender. Auslöser war nicht zuletzt der zunehmende Standortwettbewerb auch unter den Gemeinden. Im Zentrum des Prozesses stand ganz einfach das allgemeine Innen- und Aussenverständnis über den Wohn- und Arbeitsort. Als Ausfluss der Positionierung revidierte der Stadtrat die Leit- und Entwicklungsziele 2015-19 komplett.

Rhein und Altstadt

Auf die Frage hin, was einem spontan in den Sinn komme, wenn man an Diessenhofen denke, lauteten die meistgenannten Antworten: Rhein und Altstadt. Daraus abgeleitet ergab sich der neue Slogan „Am Rhy dihei – im Städtli willkomme“. Er drückt das Wohlbefinden der Einwohner im Städtchen in der Erholungslandschaft Hochrhein aus, ebenso auch die bestehende Offenheit Neuzuzüger/-innen und Gästen gegenüber. Die Identifikation ist stark; ferner bestehen bereits gefreute Angebote, die reiche Geschichte einer der ältesten Städte der Schweiz und der ehemals eigenständigen Republik noch vermehrter zum Leben zu erwecken, zu inszenieren und sie damit den Besuchern näher zu bringen.

Attraktives Leben

Die Analysen der verschiedensten Standortbereiche stellten während des Prozesses einen wesentlichen Teil dar. Die Befragten werten Diessenhofen grundlegend als sehenswert, aufsteigend und lebendig. Die Bevölkerung fühlt sich hier wohl. Dass dies so bleibt oder sich noch verbessert, heisst, als Stossrichtungen immer weiter zu verfolgen: Die Förderung der eigenen Identität, das stetige Erhöhen der Wohnqualität, die Stärkung des Regionalzentrums und des Wirtschaftsstandortes sowie der Ausbau als Destination mit sanftem Tourismus.

Urbane Nachverdichtung als Ziel

Zur Neuansiedlung von Gewerbe oder für die mittelfristige Erfüllung eigener Aufgaben erwarb die Stadtgemeinde 2015 über das Landkreditkonto eine Hektare Industrieland. Samt ihren Werken investierte sie vor dem Hintergrund der Positionierung zielführend wieder rund eine Million Franken in die Infrastruktur. Nur beispielhaft erwähnt sei namentlich der Neubau des Fahr- und Gehwegs an der Schlattingerstrasse zur Steigerung der „sanften Mobilität“, die umfassende Sanierung der Steintreppe im Oberen Amtshaus, der Bau von acht Unterflurcontainern in der Altstadt, der Ersatz von Bootspfählen und Bojen oder etwa das Freilegen der Stadtmauer beim Hänkiturm.

Die aktuell ausserordentlich rege Bautätigkeit und die bewilligten Gesuche könnten Befürchtungen wach werden lassen, die Entwicklung gehe zu rasch voran. Diese Sorgen zerschlagen sich aber im Wissen, dass mit den bevorstehenden raumplanerischen Revisionen in Diessenhofen sich die Zonen des Baugebiets in den nächsten 15 Jahren nicht vergrössern werden und das Richtplangebiet sogar um 2,5 Hektaren reduziert wird, dies mit einer Gültigkeit für die kommenden 25 Jahre.

Natürlich wird weiter gebaut werden – künftig aber nach Innen und in die Höhe. Ziel und Herausforderung in den kommenden Jahren wird die urbane Nachverdichtung sein, d.h. vor allem auch, dass die vorhandene Infrastruktur wie auch der Wohnraum in der Altstadt besser genutzt werden können.

Für die Entwicklung der Erdgasversorgung Diessenhofen wegweisend wird der Beschluss der Gemeindeversammlung vom 13.11.2015 sein, den Nachbarort Basadingen ab 2016 schrittweise mit Erdgas zu erschliessen.

Aufwärtstrend

2015 war Wahljahr. Ich gratuliere den neu als Stadtratsmitglieder gewählten Maja Bodenmann und Urs Sommerhalder sowie den bisherigen herzlich zur Wahl. Der Stadtrat hat an 13 Sitzungen über 200 Entscheide getroffen, darunter 30 Baubewilligungen erteilt.

Das Bevölkerungswachstum der Stadt ist anhaltend; mit Stand Ende November 2015 wohnen 3‘630 Personen in der Gemeinde. Die Zahl der Betriebe ist auf rund 270 gestiegen und 1‘800 Mitarbeitende finden vor Ort eine Arbeitsstelle. Diessenhofen bleibt mit einem Ortssteuerfuss von 47 Prozent eine der steuergünstigsten Gemeinden des Kantons.

Zusammengefasst beurteilt befindet sich Diessenhofen im positiven Fluss auf hohem Niveau und das politische Vertrauensklima ist anhaltend gut. Der Souverän hat dafür Anerkennung und Respekt verdient.

Dank

Den Mitgliedern des Stadtrates und der Stadtverwaltung danke ich vielmals für die erbauliche Zusammenarbeit. Ich freue mich auf das weitere gemeinsame Wirken. Von Herzen richte ich den Dank auch an die vielen ehrenamtlichen und freiwilligen Helfer/-innen, die einen Beitrag fürs Allgemeinwohl leisten.

Allen Einwohner/-innen letztlich wünsche ich erholsame Festtage und für das neue Jahr gute Gesundheit, Zuversicht, viel Freude, Wohlergehen sowie den Mut und die Kraft, das Leben aufbauend zu gestalten.