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Deutschtest für Einbürgerungswillige

Diessenhofer Gesuchsteller für das Schweizer Bürgerrecht müssen sich einem Sprachtest unterziehen.

 

Ein Gesuchsteller und eine Gesuchstellerin befassen sich mit grammatikalischen Fragen.

 

Nebst den vorgeschriebenen Wohnsitzerfordernissen, einer ausreichenden Existenzgrundlage und der Beachtung der schweizerischen Rechtsordung sind eine genügende deutsche Sprachkompetenz sowie Kenntnisse über das neue Heimatland zwingende Voraussetzungen für eine Einbürgerung. In Diessenhofen werden die letzten beiden Punkte anlässlich eines umfangreichen Sprachtests und eines knapp stündigen Einbürgerungsgesprächs zu Handen eines Vorentscheids des Stadtrats geprüft.

 

Nicht alle müssen zum Sprachtest antreten

Dem Sprachtest müssen sich alle fremdsprachigen Bewerber und Bewerberinnen unterziehen, in dem die erforderliche Sprachkompetenz mündlich auf Niveau B1 und schriftliche auf Niveau A2 des europäischen Sprachenportfolios geprüft wird. Ein Sprachtest ist nicht erforderlich, wenn der Bewerber oder die Bewerberin in der Schweiz während mindestens fünf Jahren den Unterricht auf der Volksschul- oder Sekundarstufe II in deutscher Sprache besucht hat oder über ein anerkanntes Sprachdiplom oder ein Ausbildungszeugnis verfügt.

Die Sprachprüfung wird durch die Integrationsbeauftragte in Anwesenheit des Stadtschreibers oder eines Mitglieds des Stadtrats durchgeführt. Der Test umfasst Kenntnisse in Grammatik, Schreiben, Hören, Sprechen und Lesen. Erfüllen die Bewerber und Bewerberinnen die gestellten Aufgaben zu 60 % so gilt der Sprachtest mit "genügend" als bestanden.

 

"Wie nennt man die Staatsform der Schweiz ?"

Im eigentlichen Einbürgerungsgespräch verschaffen sich Stadtrat Urs Sommerhalder und Stadtschreiber Armin Jungi einen Eindruck über den Integrationsstand der Bewerber und prüfen gleichzeitig das staatskundliche und geografische Wissen. Auch da gilt auf ausgewählte Fragen ein Erfüllungslimite von mindestens 60 %.

Sowohl bezüglich der Sprachkompetenz als auch des Wissens über Land und Leute können sich die Bewerber auf die Tests vorbereiten. In vielen Fällen geschieht dies mit grosser Akribie und ein Wissensvergleich mit Schweizer Bürgern müssten viele Bewerber kaum fürchten. Im sprachlichen Bereich tragen die von Doris Scherrer vornehmlich für Frauen angebotenen Kurse Früchte. Das Sprachverständnis solcher Kursteilnehmerinnen ist meist bessser als dasjenige der Männer, die sich die deutsche Sprache am Arbeitsplatz nach dem Motto "Learning by doing" aneignen. Dafür verfügen die Männer oft über ein besseres Allgemeinwissen, da sie von den sozialen Kontakten und Diskussionen über alltägliche Begebenheiten im Berufsleben profitieren.

Der Weg zum Schweizerpass ist so nicht einfach, benötigt Zeit und Aufwand. Zudem kostet die Einbürgerung einer Familie rund CHF 3'500 und einer Einzelperson CHF 2'100.