Am Rhy dihei - im Städtli willkomme

Von fortwährender Veränderung

Gedanken von Stadtpräsident Walter Sommer zum Jahresende

 

Diessenhofen bewegt sich. Und das immer noch mit Lust. „Veränderung“ ist hier am Hochrhein kein Schimpfwort, wird als positiv empfunden und von einer klaren Mehrheit mitgetragen. Das dürfte auch solange bleiben, als es gelingt, beim Prozess einer kontinuierlichen Erneuerung immer den Menschen als Faktor ins Zentrum der Betrachtungen zu rücken und ihn in Projekte zu integrieren.

Wir haben ein Jahr hinter uns, das sich durch eine bejahende, konstruktive Grundstimmung auszeichnet. Ideologisches Gezänk ist nicht unsere Haltung – wir betreiben lieber gute Sachpolitik. Mit unserer offenen, kooperativen Kommunikations-, aber auch Lernkultur sind wir auf gutem Wege.

Wachstum

Diessenhofen hat sich verändert; es ist gewachsen. In den letzten 30 Jahren von gut 3‘100 auf über 3‘700 Einwohner, in jüngster Zeit jährlich um gegen zwei Prozent – ein steter, moderater Anstieg.

In rund 270 Firmen bestehen 1‘900 Arbeitsplätze, theoretisch findet jede und jeder berufstätige Einwohner/-in einen Arbeitsplatz vor Ort. Das ist nachhaltig, weil umweltverträglich.

Die Bautätigkeit ist mittlerweile über Jahre hinweg rege. Gegenwärtig stehen über 20 Mehrfamilienhäuser mit 170 Wohnungen im Bau oder sind bezugsbereit. Die angebotenen Eigentums- und Mietwohnungen sind gefragt. Diessenhofen dürfte sich in den kommenden wenigen Jahren auf gegen 4‘000 Einwohner vergrössern, später aber nicht mehr bedeutsam wachsen. Für eine mittelgrosse Gemeinde wäre dies ein dienliches Mass, um das Angebot von Dienstleistern und Verkaufsgeschäften langfristig erhalten zu können. Ein gutes Beispiel bildet hier die Post, die ihre Poststelle an der Bahnhofstrasse modernisiert und ausbaut.

Wirksame Veränderungen erfolgen hinsichtlich der regionalen Lösung von Aufgaben. Dies in Sachen Feuerwehr, Zivilschutz, Vormundschaftswesen mit Berufsbeistandschaft, Spitexdienste, Betrieb eines Seniorenzentrums und Altersheims, nächstens die Sozialhilfe, Kompetenzzentrum für Familien-, Kinder und Suchtberatung, der sich bereits gut entwickelnden Kindertagesstätte oder andere. Es ist keine Frage, dass mit der Regionalisierung auch die Professionalität der Produkteleistung zunimmt.

Transparentes Führen - Gefahr des postfaktischen Umgangs mit der Wahrheit

Über den Trend hin zur individualisierten Gesellschaft habe ich schon öfters gesprochen oder geschrieben, über den Verlauf hin zum modernen Menschen, der die Angebote auf immer mehr Kanälen nutzt und auf solchen kommuniziert, der kurzfristiger und punktueller denkt, bei dem die Nachhaltigkeit seines Handelns samt seinem Verantwortungsbewusstsein der Umwelt gegenüber aber erfreulich zunimmt.

Politische Führung bleibt in diesem Umfeld absolut möglich, verlangt jedoch eindeutig nach mehr Transparenz sprich Erklärungsbedarf, weil die Bürger/-innen auch kritischer und egoistischer geworden sind.

Zu hoffen bleibt, dass die Leute auch im nun scheinbar angebrochenen postfaktischen Zeitalter ganz zentrale Standards wie Objektivität und Wahrheit beibehalten, auch wenn es in der digitalen Welt schwieriger wird zu überprüfen, was wahr ist und was nicht.

Wie man einen Berg abträgt

…und sonst hat der Stadtrat das getan, was Jahr für Jahr seine ureigene Aufgabe ist und getan werden muss: andauernd kleine Steine wegzutragen, um letztlich den Berg beiseite geschafft zu haben. Bauareale wurden mittels Werkleitungen und Strassen erschlossen, viele der letzteren mit Deckbelägen versehen oder, in einer Altstadtgasse, eine neue Pflästerung eingebaut. Und auch im Rheinsägequartier kommt nun die Tempo-30-Zone, Liegenschaften wurden unterhalten, zusätzlich sieben Unterflurcontainer für die Kehrichtentsorgung eingebaut und das Erdgasleitungsnetz bis nach Basadingen hinein verlängert. Rund eine Million Franken wurde so investiert.

Die Informationsführung des Stadtrates wurde präziser und umfassender geregelt. Ein Parkierungskonzept auch für Zonen um die Altstadt herum (Bewirtschaftung von Parkplätzen anstelle Nachtparkgebühr) ist in Bearbeitung. Das neue Baureglement steht und ist zur Vorprüfung eingereicht.

Bei den Werken wurden Teile der operativen Verrechnungsdienstleitungen an „Regio Energie Amriswil“ ausgelagert und die Sanierung zweier Trafostationen läuft. Es spricht für eine kundenfreundliche und kompetente Geschäftsführung, wenn die Strompreise auf 2017 wieder um 9 % gesenkt werden können.

Hinsichtlich des Gestaltens der Entwicklungen und des organisatorischen Wandels ist vieles passiert. Ich danke allen, die den Prozess mitgetragen haben und wünsche mir, dass diese Grundhaltung anhält. Gerne arbeite auch ich noch weiter mit Elan daran, bevor Mitte 2017 das Amt in neue Hände übergeht.

Walter Sommer