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Abschiedstournee eines jung(i) gebliebenen Stadtschreibers

Bild und Text von Thomas Brack

In seinem Büro im Rathaus Diessenhofen ist er in seinem Element: Stadtschreiber Armin Jungi, der nach 16 ½ jähriger Tätigkeit Ende Mai nächstes Jahr in den Ruhestand treten wird.

„Bei manchen Sitzungen oder Ratstreffen kommt mir schon der Gedanke: So, das war jetzt das letzte Mal“, sagt Armin Jungi nicht ohne Wehmut in seiner Stimme. Denn der 65-jährige  Stadtschreiber von Diessenhofen tritt Ende Mai nächstes Jahr nach 16½ jähriger Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand. Dass er so lange arbeitete, war bedingt durch die Neuwahl von Markus Birk als Stadtpräsident 2017. „Ich selbst hatte das Glück, als Quereinsteiger mit Walter Sommer einen juristisch versierten und politisch erfahrenen Chef zu bekommen, und konnte so gewissermassen eine Lehre in der Verwaltung absolvieren. In den letzten 1½ Jahren  Zusammenarbeit konnte der neue Stadtpräsident von meinen Erfahrungen profitieren“, erläuterte Jungi, der vor seiner Wahl zum Stadtschreiber schon jahrzehntelang als hochgeschätzter Primarlehrer in Diessenhofen gewirkt hatte. Sein Engagement beschränkte sich nicht auf die Schulstube: Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er in verschiedenen Funktionen beim FC Diessenhofen und als Reporter von Tele D bekannt. Seine sonore Stimme war als Speaker an manchem Markt und Altstadtfest zu hören. Unvergesslich bleiben auch seine Auftritte 1978 als „Töfflibueb“ im Festspiel 800 Jahre Diessenhofen und als Lehrer im Festspiel „Höheflug“ des 150-Jahr Jubiläums der Sekundarschule Diessenhofen 1985.

2002 landete Jungi mit seiner Wahl zum Stadtschreiber im „Auge des Hurrikans“ der stadträtlichen Aktivitäten. Seine Bürgernähe und politische Tätigkeit prädestinierten ihn für dieses Amt, das er mit seiner humorvollen Persönlichkeit, seinem quirligen Temperament und mit Herzblut ausübt. Wer soll als Nachfolger in seine Fussstapfen treten? Dazu meint Armin Jungi: „Protokolle von Sitzungen verfassen ist nur noch ein geringer Teil meiner Arbeitszeit. Anspruchsvolle Bürger verlangen nach einer effizienten Verwaltung. Die Geschäfte werden zunehmend komplexer, Einsprachen müssen eingehend behandelt werden. Daher werden neben einer sprachlichen Gewandtheit ebenso ein juristisches Flair und Kenntnisse im Verwaltungsbereich für den verwaltungsinternen Stellvertreter des Stadtpräsidenten vorausgesetzt. Managementkompetenz, Organisationstalent und die Fähigkeit, Prozesse umzusetzen gehören zu weiteren Qualitäten, über welche eine Bewerberin oder ein Bewerber verfügen sollte. Gerade in kritischen Bereichen wie bei Schlichtungen im Mietwesen und bei der Flurkommission ist es vorteilhaft, wenn man über eine gewisse Breitschultrigkeit und Hartfelligkeit verfügt. Ich schaffte es jedenfalls, über die Wochenenden und die Ferien abzuschalten und frische Kraft zu schöpfen.“ Als Motivation für seinen grossen Einsatz für das Gemeinwohl nennt Jungi die vier „M“: Man muss Menschen mögen.

Mitte September wird die Stelle des Stadtschreibers ausgeschrieben und es steht zu hoffen,  dass sich valable Kandidaten bewerben werden. Der neue Stadtschreiber wird schliesslich vom Stadtrat Diessenhofen gewählt.